Am 17. April 2013 erschien im Kölner Stadt-Anzeiger ein Artikel,
"Jobcenter will helfen statt strafen":
http://www.ksta.de/koeln/hartz-iv-empfaenger-jobcenter-will-helfen-statt-strafen,15187530,22399250.html
Die KEAs haben darauf schon eine Antwort geschrieben, warum die Sanktionen in Köln entgegen dem Bundestrend leicht gesunken sind, eben weil es die KEAs gibt:
http://www.die-keas.org/node/584
In dem Stadt-Anzeiger-Artikel steht, "Strafen müssten "prinzipiell immer das letzte Mittel sein", so Wagner. Das Jobcenter wolle keine Drohkulisse aufbauen, ...".
Olaf Wagner ist stellvertretender Geschäftsführer des Kölner Jobcenters.
Nun, in Wirklichkeit werden einem die Strafen ja schon in jedem ersten Einladungsschreiben angedroht.
Außerdem ist darin die Rede von einem "ausgeprägten Betreuungsangebot".
Mal abgesehen von dem unangebrachten Vokabular - für Betreuungen sind andere Dienste zuständig - wußte ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll und habe deswegen dieses "ausgeprägte Betreuungsangebot" seit Januar 2005 in meinem Ordner mal nachgeblättert:
Außer den Anträgen auf ALG II und Leistungsbescheiden habe ich nichts von der Arge gehört und deswegen Mitte Juni 2005 selbst um einen Beratungstermin gebeten. Erfolglos. Es kam keine Antwort. Die Sachbearbeiterin fühlte sich aber anscheinend gestört und versuchte mir stattdessen Schwierigkeiten zu machen, z. Bsp. Unterhalt von meiner Mutter anzufordern.
Im September 2005 hatte ich immer noch keinen Gesprächstermin bekommen; habe mich erst an die Vorgesetzte wenden müssen, um dann sage und schreibe am
8. November 2005 überhaupt mal den ersten Termin zu erhalten.
Die sehr unfreundliche Sachbearbeiterin war anscheinend nicht vom Fach, sie schickte mich lediglich weiter zur "Job Börse", wo sie außer einem 1-Euro-Job nichts zu vermitteln hatten. Eigentlich sollte das ja das letzte Mittel sein, wenn gar nicht anderes geht, doch sie hatten gar nichts anderes (Bin übrigens, nebenbei bemerkt, nicht total verblödet, wie es die Hartz-Parteien und Hetz-Medien ja über Langzeitarbeitslose behaupten, sondern habe Abitur und eine abgeschlossene Berufsausbildung).
Den 1-Euro-Job habe ich Anfang 2006 etliche Wochen gemacht, bis da auf einmal ganze Horden von Erwerbslosen hingeschickt wurden, obwohl sie schon für wenige keine sinnvolle Arbeit hatten. Die meiste Zeit sägten wir draußen in Eiseskälte mit einer stumpfen Handsäge Holz, damit es der Chef, die Sozialarbeiter und Büroleute drinnen schön warm hatten. Manche kriegten davon blutige Hände; insofern hatte ich noch Glück, die ersten 1-Euro-Jobber bekamen noch Handschuhe zugeteilt.
Nach meinem Eindruck bereicherte sich die Firma hemmungslos durch das Abkassieren der Prämien für 1-Euro-Jobber. Jahre später habe ich erfahren, dass es mehrfach Überprüfungen bei der Firma gab, die KEAs haben auch darüber geschrieben:
http://www.die-keas.org/node/471
Unterdessen hatten sie bei der Arge die DiMa-Abteilungen eingerichtet, mit ebenfalls unqualifiziertem Personal, und meine Sachbearbeiterin versuchte mit äußerst fiesen Methoden, mich auch dorthin zu mobben, wogegen ich mich aber erfolgreich wehren konnte.
Ja, und das war's auch schon an Engagement von Seiten der Arge, heute Jobcenter, in den ganzen Jahren.
Etwas anderes als 1-Euro-Jobs fiel ihnen nicht ein und für's selbstständig machen, wonach ich selbst gefragt hatte, bekam ich keinerlei Unterstützung. Die erste und bislang einzige Eingliederungsvereinbarung bekam ich im Juni 2010, also mehrere Jahre nach Einführung von Hartz IV. Da stand allerdings nichts weiter drin. Mit einer zweiten wollte mich die Sachbearbeiterin, eine andere als zu Anfang, dann wieder zu Ökobau zwingen, per Verwaltungsakt, wogegen ich aber mithilfe der KEAs erfolgreich Widerspruch einlegte. Über die Eingliederungsvereinbarung zu sprechen, war die Sachbearbeiterin in keinster Weise bereit bzw. fähig, ich sollte augenblicklich unterschreiben, was ich aber nicht tat.
Seit einem Jahr habe ich jetzt gar nichts mehr von der Frau gehört.
Seit jenem Brief, an den Ihr Euch vielleicht noch erinnern könnt:
http://es-handeln-die-falschen.blog.de/2012/05/08/brief-jobcenter-13647570/
Gibt es das Kölner Jobcenter überhaupt (noch)? 
Vielleicht sollte man es in 1-Euro-Jobcenter umtaufen ...